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Friedrich-Ebert-Stiftung e. V. Godesberger Allee 149 D-53175 Bonn

Über das Projekt

Hintergrund und Ziele

Das Archiv der sozialen Demokratie der Friedrich-Ebert-Stiftung (AdsD) baut seit 2012 eine Sammlung mit mündlichen Überlieferungen von Gewerkschafterinnen und Gewerkschaftern auf. Damit werden Erinnerungen einer wichtigen gesellschaftspolitischen Gruppe gesichert und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt, die ansonsten weniger Selbstzeugnisse (wie beispielsweise Autobiografien) hinterlässt als vergleichbare Akteure. Der Aufbau dieser Oral-History-Sammlung dient der historischen Forschung zur deutschen (Zeit-)Geschichte und steht ist für interessierten Forscherinnen und Forschern zur Verfügungnutzbar.

Die Website „Zeitzeugen der Gewerkschaft“ wurde für die historisch-politische Bildungsarbeit entwickelt. Entlang der persönlichen Biografien und Themen wie „Wandel der Arbeitswelt“ oder „Motiven für gewerkschaftspolitisches Engagement“ bietet die Website Ausschnitte aus lebensgeschichtlichen Interviews von über 150 Gewerkschafterinnen und Gewerkschaftern. Rund ein Drittel der Interviews wurden vom AdsD geführt. Der Großteil der Interviews entstand mit Unterstützung der Hans-Böckler-Stiftung.

Die vollständigen Interviews sind über den iServer  recherchierbar und im AdsD einsehbar.

Teilprojekte im Rahmen von Zeitzeugen der Gewerkschaften

Neben zwei großen vom AdsD durchgeführten und von der Hans-Böckler-Stiftung (HBS) geförderten Interviewprojekten wurden weitere gewerkschaftliche Zeitzeugenprojekte, die ebenfalls von der HBS unterstützt wurden, sowohl in diese Webseite als auch in die lokale Zeitzeugendatenbank integriert. Hinzu kommen einzelne Interviews und kleinere Projekte, die vom AdsD selbstständig durchgeführt worden sind.

Individuelle Erinnerung und gewerkschaftliche Identität – Zeitzeugeninterviews

Im Rahmen des von der HBS geförderten Projektes Individuelle Erinnerung und gewerkschaftliche Identität. Ein Projekt zur Erhebung, Sicherung und medialen Aufbereitung gewerkschaftlicher Zeitzeugeninterviews wurden 2012 und 2013  vom AdsD 31 Interviews mit gewerkschaftlichen Spitzenfunktionären_innen der Geburtenjahrgänge 1928-1948 durchgeführt. Das Ziel des Projekts war es, Selbstzeugnisse dieser gesellschaftlichen Gruppe zu sichern und für die Forschung zugänglich zu machen. Der Quellenbestand ermöglicht beispielsweise die Untersuchung der Entstehung gewerkschaftlicher Identität und des gesellschaftlichen Wandels nach 1945. Projektleitung und Mitarbeit: Anne Klein, Anja Kruke, Stefan Müller, Johannes Platz, Sebastian Scharte, Christian Testorf.

Gewerkschafter_innen als Akteure der Zeitgeschichte

In Anschluss an das Projekt Individuelle Erinnerung und gewerkschaftliche Identität wurden zwischen 2014 und 2016 im Folgeprojekt Gewerkschafter_innen als Akteure der Zeitgeschichte die Ergebnisse anderer gewerkschaftlicher Zeitzeugenprojekte in den Bestand des AdsD integriert. Außerdem wurden zehn weitere gewerkschaftliche Spitzenfunktionär_innen interviewt. Wie im Vorgängerprojekt bestand dabei das Ziel darin, einen Quellenkorpus zu schaffen, der die Untersuchung der Entstehung gewerkschaftlicher Identität und des gesellschaftlichen Wandels nach 1945 ermöglicht. Das vom AdsD durchgeführte Projekt wurde von der HBS gefördert. Projektleitung und Mitarbeit: Anja Kruke, Tobias Kühne, Stefan Müller, Christian Testorf, Annabel Walz.

Erinnerungserzählungen eines sozialen Milieus und lokale gewerkschaftliche Erfahrungsräume

In dem an der Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg  (FZH) durchgeführten Projekt Erinnerungserzählungen eines sozialen Milieus und lokale gewerkschaftliche Erfahrungsräume wurden von 2011 bis 2012 insgesamt 16 Gewerkschafter_innen aus den Regionen Hamburg, Leer und Bruchsal interviewt. Ziel des von der HBS geförderten Projektes war es, zu untersuchen, welche narrativen Strukturen und Erzählmuster in den lebensgeschichtlichen Interviews mit Betriebsrät_innen und hauptamtlichen Funktionär_innen erkennbar sind. Projektleitung und Mitarbeit: Knud Andresen, Axel Schildt, Dorothee Wierling. Publikation: Andresen, Knud: Triumpherzählungen. Wie Gewerkschafter über ihre Erinnerungen sprechen, Essen 2014.

Demokratischer Umbruch und Neuaufbau der Gewerkschaften – Erinnerungen gewerkschaftlicher Zeitzeugen der DDR

In dem Projekt Demokratischer Umbruch und Neuaufbau der Gewerkschaften – Erinnerungen gewerkschaftlicher Zeitzeugen der DDR wurden von 2012 bis 2013 15 Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter interviewt. Ausgewählt wurden ehren- und hauptamtliche Funktionsträger_innen des FDGB und seiner Einzelgewerkschaften, die sowohl in der Phase des Umbruchs 1989/90 als auch in den gesamtdeutschen Gewerkschaften engagiert waren. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie die Interviewten sowohl die Veränderungen vor dem Hintergrund bisheriger DDR-Realität als auch die politische und gewerkschaftliche Neuordnung erlebten.  Das Projekt wurde von der HBS gefördert. Projektleitung und Mitarbeit: Detlev Brunner, Christian Hall. Publikation: Brunner, Detlev /  Hall, Christian: Revolution, Umbruch, Neuaufbau. Erinnerungen gewerkschaftlicher Zeitzeugen der DDR, Berlin 2014.

Christlich-soziale Beiträge zur Entwicklung und Ausgestaltung der Mitbestimmung

Das von der HBS geförderte Projekt Christlich-soziale Beiträge zur Entwicklung und Ausgestaltung der Mitbestimmung umfasst 43 Einzel- und drei Gruppeninterviews, die zwischen 2009 und 2011 geführt wurden. Den Befragten gemein ist ihre christlich-soziale Prägung und ihr Engagement in den Gewerkschaften und christlichen Arbeitnehmerorganisationen. Entsprechend liegt ein besonderer Fokus der Interviews auf der Motivation für gewerkschaftliches Engagement aus christlich-sozialer Perspektive, dem Selbstbild der „Schwarzen“ in den Gewerkschaften und ihren Rollen, Arbeitsfeldern und Möglichkeiten in der Einheitsgewerkschaft. Projektleitung und Mitarbeit: Volker Scharlowsky.

Der Aufbau einer freien Gewerkschaft in der DDR 1989/90

In dem von der HBS geförderten Projekt Aufbau im Zusammenbruch wurde eine Analyse und Beschreibung des Organisationshandelns der ÖTV in Bezug auf die DDR in der Zeit nach dem Fall der Mauer bis zur staatlichen Vereinigung im Oktober 1990 unternommen. Im Rahmen des Projekts wurden zwischen 1991 und 1993 und im Jahr 2009 24 Gewerkschafter_innen, sowohl aus DDR-Gewerkschaften wie aus der ÖTV, interviewt. Im Mittelpunkt stehen dabei die persönlichen Erfahrungen in der gewerkschaftlichen Umbruchphase zwischen Mauerfall und deutscher Einheit. Eine Besonderheit des Großteils der Interviews ist die große zeitliche Nähe zu den Ereignissen, über die gesprochen wird. Projektleitung und Mitarbeit: Manfred Scharrer Publikation: Scharrer, Manfred: Der Aufbau einer freien Gewerkschaft in der DDR 1989/90. ÖTV und FDGB-Gewerkschaften im deutschen Einigungsprozess, Berlin 2011.

Die Menschen dahinter

Das Portal Zeitzeugen der Gewerkschaften wurde vom AdsD unter Förderung der HBS im Rahmen von zwei Projekten entwickelt. Zahlreiche Kolleginnen und Kollegen waren daran beteiligt: Anne Klein (Projektbearbeitung), Anja Kruke (Projektleitung), Tobias Kühne (Projektbearbeitung), Stefan Müller, Johannes Platz, Sebastian Scharte (Projektbearbeitung), Christian Testorf (Projektbearbeitung), Annabel Walz und Meik Woyke.

Aber unser Dank gilt vor allem den zahlreichen Gewerkschafterinnen und Gewerkschaftern, die uns und unseren Partnern für die gezeigten Interviews zur Verfügung standen und der Veröffentlichung auf dieser Seite zustimmten.